Moldawien

Moldawische Kinderheime

Das erste, was man hört, wenn man in eines der Heime kommt, ist: „Buna ziua! - Guten Tag!" Denn, auch in Moldawien spricht man Rumänisch. Eigentlich ist das Moldauische ein rumänischer Dialekt, das durch die lange Zugehörigkeit des Landes zur Sowjetunion die kyrillische Schrift gebrauchte.

Mittlerweile ist man aber zur lateinischen Schrift zurückgekehrt. Neben den Moldauern und Rumänen (etwa 64 % der Bevölkerung) bilden Ukrainer und Russen die zweitgrößte Volksgruppe (29 %). Amtssprachen sind Moldauisch (Rumänisch) und Russisch, bzw. Ukrainisch (im Osten des Landes). Moldawien hat 4,5 Mio. Einwohner. Die Hauptstadt Chisinau hat etwa die gleiche Bevölkerungszahl wie Frankfurt am Main.

 

Es war 1924, als die damalige Sowjetregierung einen kleinen Teil der Ukraine zur autonomen „Moldauischen ASSR" formte. Im 2.Weltkrieg kamen Bessarabien und die nördliche Bukowina dazu. Moldawien erhielt den Status einer Unionsrepublik. Als die Sowjetunion aufgelöst wurde, sahen auch die Moldauer ihre Chance zu einer Veränderung. Am 27. August 1991 rief die „Republik Moldawien" ihre Unabhängigkeit aus.

 

Schon damals kamen einige rumänische Christen nach Moldawien um Notleidenden zu helfen. Auch unsere Mitarbeiter waren mehrmals im Land um Hilfsgüter sicher an Ort und Stelle zu bringen. Bei jedem Hilfsgütertransport in diese ehemalige Sowjetrepublik verstärkte sich der Wunsch unserer Mitarbeiter, hier nicht nur sporadisch zu helfen, sondern den Waisenkindern durch unser Patenschaftsprogramm dauerhaft helfen zu können. Nach vielen Besuchen in verschiedenen Kinderheimen und Verhandlungen mit den Behörden war es Ende 1997 soweit: CRI konnte seine Arbeit in den Heimen beginnen! Unser Büro ist in Chisinau. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Moldawien sind schlimmer als in Rumänien. Vieles erinnert an die Anfangszeit (nach der rumänischen Revolution 1990), als die CRI-Arbeit in Rumänien gegründet wurde. Die Wirtschaft ist in sehr schlechtem Zustand, viele Familien finden es zunehmend schwierig, ihre Kinder zu ernähren und zu kleiden. Als letzten Ausweg bleibt ihnen nur, die Kinder in ein Heim zu geben, um sie vor dem Verhungern oder vor Unterernährung zu bewahren. Viele Heimleiter haben uns mitgeteilt, daß das Budget, das ihnen zum Unterhalt des Heimes (ohne Lebensmittel) zugestanden wird, noch nicht einmal die Kosten für Heizung und Strom abdeckt. Geld für Verbesserungen oder Instandsetzung bleibt schon gar nicht übrig. Die meisten Heime können ohne die Hilfe humanitärer und christlicher Organisationen nicht überleben.

Auch die seelische Entwicklung der Heimkinder machte uns Sorgen. In vielen Heimen litten die Kinder an emotionaler Isolation: Man beschäftigte sich zu wenig mit den einzelnen Kindern, schenkte ihnen zu wenig Aufmerksamkeit und Zuwendung. Als Folge waren viele Kinder inaktiv, unaufmerksam und unterentwickelt.

Sie wurden schnell als lernbehindert eingestuft, obwohl ihnen lediglich die individuelle Förderung fehlte. Hier hat sich einiges geändert: Die Heime, die von CHILD RESCUE INTERNATIONAL betreut werden, bekommen regelmäßig Besuch von unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, die aus christlichen Gemeinden vor Ort kommen. Die Kinder können an christlichen Kinderstunden teilnehmen und es wird viel Zeit für persönliche Nöte und Fragen investiert. In den Ferien werden besondere Betreuungs- und Freizeitangebote zur Verfügung gestellt.

Für die Heimkinder organisieren wir Weihnachtsfeiern, die es vorher dort nicht gab.

Inzwischen sind es 56 Heime mit über 10.800 Kindern, die in unser Programm aufgenommen wurden. Wir haben in Moldawien z. Z. 34 Mitarbeiter. Darüber hinaus gibt es eine Reihe ehrenamtlicher Helfer. Seit 1999 haben wir auch Lehrwerkstätten für unterschiedliche Berufe eingerichtet, um möglichst vielen Jugendlichen, die aus Altersgründen das Heim verlassen müssen, eine Chance für "das Leben nach dem Heim" geben zu können.